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Schneidenradius
  Schneidenradien werden in den meisten Fällen bei der Drehbearbeitung am Bereich der Hauptschneide angebracht. Hier sind insbesondere Wendeplatten mit Schneidenradien in zehntel Millimeterabstufungen anzutreffen. Aber auch Bohrwerkzeuge, wie z. B. Stufensenker, enthalten entweder bewusst angebrachte Übergangsradien, welche dann auch am Werkstück resultieren oder diese Übergangsradien entstehen auf Grund des Bearbeitungsverfahrens wie z. B. beim Schleifen. Es gibt keine Schleifscheibe weltweit, welche keinen Radius am Übergang der planen zur Umfangsfläche aufweist, selbst eine Erodiermaschine nutzt immer einen Draht mit einem begrenzt kleinen Durchmesser. Übergangsradien, ob nun bewusst oder unbewusst, sind für Zerspanungswerkzeuge unabdinglich und müssen entsprechend ihrer Priorität auch geprüft werden. Es ist daher selbstverständlich, dass die ZOLLER Prüf- und Messtechnik über spezielle Verfahren verfügt, diese zum Teil sehr kritischen Elemente zu berechnen. Kritisch deshalb, da sehr kleine Radien nie einer idealen Kontur eines Kreises (auf Grund des Fertigungsverfahrens) entsprechen und außerdem hiervon meist nur sehr kleine Ausschnitte (Sektoren) vorhanden sind. Ein Kreis besteht aber aus mindestens drei Punkten und auf Grund der mechanischen Herstellung dieser Radien ist eine Interpolation und Glättung der Gesamtkontur notwendig. Ein rechnendes Bildverarbeitungssystem benötigt demnach mehrere Subpixel, um einen Radius von einem Werkzeug zuverlässig berechnen zu können. Vielfach fraglich ist darüber hinaus dennoch, ob die alleinige Berechnung eines Schneidenradius eine zuverlässige Aussage darstellt. In vielen Fällen, z. B. zum Freiformfräsen, ist nicht die Größe des Radius, sondern dessen Konturtreue von großer Wichtigkeit. Auch dafür hat ZOLLER spezielle Software und Messverfahren entwickelt, welche das Abscannen an gerad- wie auch spiralgenuteten Werkzeugen innerhalb von Sekunden erlauben. In dieser sehr kurzen Zeit liegen Hunderte bis Tausende von Messpunkten entlang des Schneidenradius vor und können in ihrem Verlauf mit einem Toleranzband und einem Sollradius verglichen werden. Liegen alle Punkte auf diesem Schneidenradius innerhalb eines Toleranzbandes, so ist das Werkzeug in Ordnung und die Berechnung des eigentlichen Radius ist nicht mehr notwendig. Selbstverständlich ist für ZOLLER, dass diese grafischen Auswertungen mit farbiger Überhöhung und Toleranzband auf Prüfprotokoll ausgegeben werden können.
 
  | Quelle: C. Pfau | Stand: 26.03.2004 |  
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